Archiv für Mai 2010

1. Juni – Barabend zugunsten der Antirepressionsarbeit in Darmstadt im Klapperfeld/ Frankfurt

»Faites votre jeu!«-Barabend, diesmal: »Swing tanzen verboten?!«


Swing tanzen verboten?!

Mit Musik aus den Jahren 1929 bis 1945, die in den Augen der Nationalsozialist_innen als »entartet« galt. Dies hatte während des NS die Zensur der Musik und die Verfolgung der Musiker_innen und Hörer_innen zur Folge, die mit ihrer Gegenkultur für eine bewusste Abwehr der Gleichschaltungsideen der Nazis standen. Mit zunehmender Repression ab Anfang der 1940er Jahre begannen Teile der »Swing-Jugend«, sich aktiv im WIderstand zu engagieren. Nicht wenige dieser Jugendlichen landeten in Konzentrationslagern, in denen Viele von den Nazis ermordet wurden.

Die Einnahmen kommen Antirepressionsarbeit in Darmstadt zu Gute.

Am ersten Juni ab 20:00 Uhr im Klapperfeld in Frankfurt. Klasse!

Aufruf zur Kampagne

Repression gegen linke und antifaschistische Strukturen stoppen!

Unterstützung organisieren!

Die Hintergründe
Am Morgen des 30.03. wurden vier Wohnungen von AntifaschistInnen vom Darmstädter Staatsschutz durchsucht. Diejenigen, die zu Hause angetroffen wurden, wurden zur erkennungsdienstlichen Behandlung (also zur Abnahme von Fingerabdrücken, Fotos und allerlei anderer Daten, welche die Identifikation durch die Polizei erleichtern sollen) aufs Polizeirevier in der Klappacherstraße gebracht. Aus den Durchsuchungsbefehlen geht hervor, dass gegen „20 Personen der Antifa Darmstadt“ aufgrund einer Auseinandersetzung bei einem Fußballspiel mit Fans der Vereins „Eintracht Wald-Michelbach“ ermittelt werde. Mittlerweile haben knapp 10 AntifaschistInnen Ermittlungsverfahren und Vorladungen zur erkennungsdienstlichen Behandlung erhalten. Ermittelt wird wegen den Straftatbeständen des besonders schweren Falles von Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.
Zu dem Vorfall hatte sich ein Antifaschist gegenüber der Presse geäußert und deutlich gemacht, dass es sich hierbei klar um eine politische Auseinandersetzung mit organisierten Nazis aus dem Odenwald und nicht um eine Schlägerei unter Fußballfans gehandelt habe. In dem Artikel heißt es: „Wie ein Sprecher der Darmstädter antifaschistischen Szene, der anonym bleiben wollte, bestätigte, habe man auf Ankündigungen aus dem rechten Lager reagiert. Bei der rechten Gruppierung soll es sich um die ‚Jugendliche Kameradschaft Odenwald‘ handeln, die ihr Kommen für den vergangenen Samstag im Internet angekündigt habe. […]‘ Man hat die Flagge des Faschistischen Nationalen Widerstands und andere rechte Symbole gesehen. Auch bekannte Darmstädter Faschisten waren zu sehen‘, sagte der Sprecher der Antifaschisten.“1 Hier haben sich offenbar Menschen öffentlich auftretenden Nazis entgegengestellt. Diese Gelegenheit wird von Staat und Polizei genutzt, um Hausdurchsuchungen durchzuführen und die antifaschistische Szene in Darmstadt zu kriminalisieren. (mehr…)

Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 24. November 2009

Krawall hat politischen Hintergrund

Angriff von vermeintlich rechtsgerichteten Fans des SV Darmstadt 98, wie zunächst vermutet worden war, ist quasi auszuschließen

Die Übergriffe auf Anhänger von Eintracht Wald-Michelbach am Samstag im Spiel der Fußball-Gruppenliga bei der DJK/SSG Darmstadt haben wohl einen politischen Hintergrund. Wie ein Sprecher der Darmstädter antifaschistischen Szene, der anonym bleiben wollte, bestätige, habe man auf Ankündigungen aus dem rechten Lager reagiert. Bei der rechten Gruppierung soll es sich um die ,,Jugendliche Kameradschaft Odenwald“ handeln, die ihr Kommen für den vergangenen Samstag im Internet angekündigt habe. Ein Angriff von vermeintlich rechtsgerichteten Fans des SV Darmstadt 98, wie zunächst vermutet worden war, ist damit quasi auszuschließen. Vielmehr war es wohl Links gegen Rechts.

,,Man hat erfahren, dass die Faschisten nach Darmstadt kommen wollen. Man ging aber davon aus, dass sie nicht kommen. Denn eigentlich ist Darmstadt eine ‚no-go-area‘ für Rechte“, erklärte der Sprecher weiter. Als dann doch eine Gruppe aus dem Odenwald in Darmstadt war, habe man sich kurzfristig organisiert und nach Provozierungen der Rechten einen ,,Verweis“ erteilt. ,,Es gab ein paar Ohrfeigen“. (mehr…)

PM der Roten Hilfe Darmstadt zu den Hausdurchsuchungen am 30.03

Heute morgen (30.3.2010) wurden in Darmstadt zeitgleich um 6:00 Uhr mindestens vier Wohnungen von der Polizei unter Federführung des Darmstädter Staatsschutzes, Dezernat ZK 10, durchsucht.

Den Betroffenen wird gemeinschaftlicher Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall, gefährliche Körperverletzung und Hausfriedensbruch zur Last gelegt.
Die Ermittlungen richten sich laut der Durchsuchungsbeschlüsse „gegen 20 Personen der Antifa Darmstadt“, die am 21.11.2009 bei einem Fußballspiel ca. 30 rechtsradikale Anhänger des Vereins Eintracht Wald-Michelbach angegriffen haben sollen.

Drei der Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen und zu Befragung und ED-Behandlung in das Polizeipräsidium Südhessen in der Klappbacher Strasse in Darmstadt gebracht. Der vierte wurde bei der Durchsuchung nicht in seiner Wohnung angetroffen. Es wurden ausschließlich Kleidungsstücke beschlagnahmt, welche die Beschuldigten angeblich zur Tatzeit getragen haben sollen.
Keiner der Beschuldigten hat sich zu den Tatvorwürfen geäußert, es wurde lediglich Einspruch gegen die ED-Behandlung und die Speicherung dieser Daten eingelegt. Danach wurden alle wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach Akteneinsicht wird über das weitere Vorgehen entschieden und entsprechende Schritte eingeleitet.

KEINE AUSSAGEN BEI POLIZEI UND STAATSANWALTSCHAFTT!!!

KEINE ZUSAMMENARBEIT MIT STAATLICHEN REPRESSIONSBEHÖRDEN!!!

GETROFFEN HAT ES EINIGE, GEMEINT SIND WIR ALLE!!!

PM der GALIDA zu den Anzeigen aufgrund einer Aktion im FDP-Büro

FDP zeigt ‚Spätrömische Dekadenz’-Aktion der GALIDA als „Freiheitsberaubung“ an.

Die FDP Darmstadt hat ihre Ankündigung, Mitglieder der Gewerkschaftlichen Arbeitsloseninitiative Darmstadt (GALIDA) strafrechtlich verfolgen zu lassen, in die Tat umgesetzt. Mehrere Aktivisten haben für den 1. April Vorladungen zur Kriminalpolizei erhalten. Trotz des signifikanten Datums scheint dies kein Scherz zu sein.
GALIDA-Aktive hatten Anfang März 2010 als Römer verkleidet in der FDP-Parteigeschäftsstelle in Darmstadt ein symbolisches „römisches Gelage“ veranstaltet, um damit gegen die Äußerungen des FDP-Parteivorsitzenden Guido Westerwelle, sozialstaatliche Leistungen wie Hartz IV erinnerten ihn an „spätrömische Dekadenz“, zu protestieren.
Nähere Informationen zur Aktion unter:

Unsere Homepage:
http://galida.wordpress.com/2010/03/03/darmstadt-galida-besucht-fdp-buro/

Darmstädter Echo vom 04.03.2010:
http://www.echo-online.de/suedhessen/darmstadt/-Spaet-roemische-Dekadenz-in-der-FDP-Geschaeftsstelle;art1231,699512

in Hessenschau mit Video:
http://www.hronline.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36098&key=standard_document_38789659
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